Technik: Acryl auf Leinwand
Maße: 80 × 120 cm Jahr: unbekannt (vermutlich 2010er Jahre) Signatur: unten rechts im Bild Beschreibung: In diesem Werk widmet sich Volker van Uffelt einer der bekanntesten Kinderbuchfiguren des 20. Jahrhunderts: Pippi Langstrumpf, der rebellischen Heldin aus der Feder von Astrid Lindgren. Dabei wählt der Künstler eine ungewöhnliche Perspektive – Pippi ist nicht frontal, sondern von hinten dargestellt, ihr kupferroter Zopf festgebunden, der Blick bleibt verborgen. Diese Entscheidung hebt die Figur von der rein kindlichen Symbolik ab und eröffnet eine nach innen gerichtete, reflektierende Deutung. Im Hintergrund der Szenerie ist – nur schemenhaft und geschickt eingebettet – das Porträt von Astrid Lindgren zu erkennen. Es wirkt wie ein stiller Beobachter, eine geistige Präsenz, die ihre literarische Schöpfung begleitet. Die Bildfläche ist überzogen mit Textzitaten in gestischer Handschrift, darunter bekannte Aussagen aus dem Pippi-Kosmos wie: „Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt“, „Frech, wild und wunderbar“, und ihr vollständiger Name: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf. Die Schriftzüge sind in verschiedenen Winkeln und Ebenen eingebettet, überlagern sich mit Haarpartien, Hintergrund und Kleidung – ein typisches Gestaltungselement Van Uffelts, das Sprache und Bild in ein dynamisches Wechselspiel setzt. Stilistische Einordnung: Das Werk bewegt sich zwischen zeitgenössischem Figurativen Expressionismus und konzeptioneller Porträtkunst. Der Einsatz von Schrift als Bildbestandteil verweist auf Elemente der Textbild-Kunst und lässt Einflüsse von Künstlern wie Cy Twombly oder Jenny Holzer erkennen. Die bewusste Abkehr von der klassischen Frontaldarstellung sowie die subtile Integration des Lindgren-Porträts verleihen dem Werk eine erzählerische Tiefe, die über reine Illustration hinausgeht. Kunsthistorischer Kontext: Mit dieser Arbeit positioniert sich Van Uffelt im Spannungsfeld zwischen Populärkultur und kollektivem Gedächtnis. Pippi Langstrumpf wird hier nicht nur als Kindheitsikone zitiert, sondern als Projektionsfläche für Freiheit, Widerstand gegen Autorität und individuelle Selbstbestimmung. Die Einbindung von Astrid Lindgrens Porträt verleiht der Arbeit eine biografische Note und verankert sie in der realen Welt der Autorenschaft.
Heldin - Starke Frau - Vorbild ganzer Generationen
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||